Freitag, 5. Mai 2017

Mobbing in der Familie noch immer ein Tabu



Mobbing greift wie eine Seuche um sich. Der seelische Terror findet in vielen Bereichen des Lebens statt. Ob im Kindergarten, in der Schule oder Ausbildungsstätte, am Arbeitsplatz, im Internet  – Psychoterror gibt es überall. Doch zu Hause, niemals: Mobbing in der Familie ist noch immer ein Tabu!

Familie: heile Welt, Liebe, Geborgenheit und Schutz

Mobbing out
Symbolfoto
Familie bedeutet eigentlich Liebe und Geborgenheit. Wo, wenn nicht zu Hause ist der Schutz am Größten? Daheim können wir uns fallen lassen, von unseren Sorgen und schönen Erlebnissen erzählen, finden eine Schulter zum Anlehnen, erfahren Streicheleinheiten und Liebkosungen, haben Spaß miteinander. Wer denkt da schon an Mobbing? 


Leider ist es nicht in allen deutschen Familien so, dass jedes Familienmitglied ein „gleichberechtigter Teil der kleinen intimen Gemeinschaft“ ist. Es ist erschreckend, wie viele Kinder und Jugendliche von Familienangehörigen verbal und/oder körperlich drangsaliert werden. Sei es von den Eltern, einem Elternteil, Geschwisterkindern, Halbgeschwistern oder den Großeltern. 

Was sich innerhalb der eigenen vier Wände abspielt, ist „Familienangelegenheit“ und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Die jungen Heranwachsenden werden massiv unter Druck gesetzt, damit „kein Sterbenswörtchen“ über ihre Lippen kommt. Schließlich gilt es, den „Schein zu wahren“. Die kleine „heile Welt“ darf nicht ins Wanken geraden.



Wer mobbt wem innerhalb der Familie?

Mobbing in der Familie ist vielseitig und betrifft keineswegs nur Kinder und Jugendliche. Selbst Eltern (Elternteile) können betroffen sein. Omas und Opas ebenfalls. Jedes Familienmitglied kann Mobbingopfer werden und jeder Familienangehörige zum Mobbingtäter. Fakt ist auch, dass die Ursachen für familiären Psychoterror, für häusliche Gewalt und seelische Grausamkeiten im privaten Bereich ganz unterschiedlicher Art sind. 

Auslöser für Mobbing in der Familie können zum Beispiel sein:
  • Überforderung

  • Unterforderung

  • Stress

  • Missgunst (Neid)

  • Alkohol- und Drogenmissbrauch

  • Arbeitsplatzverlust

  • Eifersucht

  • Liebesentzug

  • Ungerechtigkeit

  • Perspektivenlosigkeit

  • traumatische Erfahrungen

… und weitere Aspekte


Ist Streit unter Geschwistern bereits ein Anzeichen für Mobbing in der Familie?

Streit unter Geschwistern gibt es immer. Viele Eltern gehen gelassen damit um. Schließlich müssen die Kids lernen, schwierige Situationen zu meistern, sich durchzusetzen und zu behaupten. Geschwisterstreit ist normal und kommt in den besten Familien vor.
Jedoch sollten Eltern als auch Großeltern die Sticheleien und verbalen Auseinandersetzungen der Sprösslinge im Auge behalten. Sobald der Nachwuchs handgreiflich wird, heißt es: eingreifen und Streit schlichten. Klärende Gespräche danach sind besser, als Stillschweigen zu bewahren und die Sache „unter den Tisch zu kehren“. Wichtig ist es zudem, dass stets alle Beteiligten des Streits zu Wort kommen und ihre Version der Geschichte erzählen können.


Was kann ich tun, um Mobbing in der Familie zu unterbinden? 

Mobbing kann jedes Familienmitglied treffen. Geben Sie Mobbing in der Familie keinen Nährboden, indem Sie wegsehen und dulden, was passiert! Sprechen Sie mit Opfern und Tätern. Scheuen Sie sich nicht, Profis um Rat zu fragen und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sagen Sie Mobbing in der Familie den Kampf an, indem Sie zuhören, hinhören, Hilfe anfordern und Unterstützung anbieten. 


Mehr zum Thema Mobbing in der Familie, Studienergebnisse, Berichte von Betroffenen und 
Hilfeseiten im Internet:   

  • http://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/wenn-zank-unter-geschwistern-zum-mobbing-wird-13341905.html
  • http://www.sueddeutsche.de/leben/studie-zu-mobbing-in-der-familie-geschwister-gefaehrden-die-gesundheit-1.1698149
  • http://forum.mobbing.net/showthread.php/4264-Organisiertes-Mobbing-durch-meine-Familie
  • https://www.hilferuf.de/forum/familie/204847-mobbing-durch-schw%C3%A4gerin-und-schwiegermutter.html


Anmerkung der Autorin:

Ich mache darauf aufmerksam, dass ich die o. g. Links lediglich als ergänzendes Material zum Thema „Mobbing in der Familie“ ausgewählt habe. Für den Inhalt der verlinkten Internetseiten übernehme ich keine Verantwortung.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen